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Kharab Sayyar

Syrien, seit 1997

Die quadratische Grundrißgestaltung dieser Siedlung entspricht der von Medinat al-Far, sie ist nur etwa doppelt so groß (650x650m ohne Vorstädte). Eine Mauer mit vier runden Ecktürmen und mit Bastionen in regelmäßigen Abständen umgibt die gesamte Anlage. Außerdem gehören ein vorgelagerter Graben und ein Außenwall zum Befestigungssystem. Je zwei Tore im Norden und Süden sowie mindestens je eines im Osten und Westen erlauben den Zugang zum Inneren. Eines der Tore im Westen konnte im Zuge der geomagnetischen Prospektion nachgewiesen werden.

Im insgesamt relativ flachen Stadtgebiet sind drei große Baukomplexe deutlich zu erkennen: im südwestlichen Teil ein als "Palast" bezeichneter Komplex, nördlich davon die sog. "Moschee" und im Südosten die "Zitadelle" . Letztere ist etwa 25m hoch und fällt nach Osten und Süden hin steil ab. Sie erhebt sich auf einem Ruinenhügel aus dem 3. Jt. v.Chr., der in islamischer Zeit planiert und überbaut wurde. Aus dieser Periode sind noch mehrere große Raumtrakte mit noch hoch anstehenden Mauern zu erkennen.

Der "Palast"-Komplex besteht aus einer Anzahl von Hofsystemen und ist von einer mächtigen Mauer umschlossen. Im zentral gelegenen Hof (H) sind an der Nordwand noch die Reste eines überwölbten, zum Hof hin offenen Raumes erhalten. Es scheint sich um ein iwanartiges Gebäudeteil zu handeln, möglicherweise um eine Art Empfangsraum. Nach v. Oppenheim ließen sich noch weitere Empfangs- und Repräsentationsräume, private Wohnungen, Gästetrakte, Wirtschafts- und Waffenarsenale sowie Soldatenunterkünfte und Stallungen voneinander unterscheiden.

Auf der Zitadelle fand sich eine mit Stuck-Dekorationen verzierte Wand, die von Frau Dr. U. Moortgat-Correns publiziert wurde. Stilistisch ist sie am ehesten vergleichbar mit entsprechenden Arbeiten aus Samarra, so dass die Datierung in die Abbasidenzeit bestätigt wird. Ein durchaus vergleichbares Stück mit Blattrankendekor konnte bei einem unserer frühen Besuche in Kharab Sayyar von einem Bewohner der umliegenden Gehöfte erworben werden. Es wurde bei Bauarbeiten unter dessen Haus gefunden. In der Tat befindet sich das moderne Haus auf einer leichten, rechteckigen Erhebung, die sicherlich die Stelle eines antiken Gebäudes markiert. Dem Fund nach zu urteilen dürfte es sich um einen kleinen Palast oder ein aufwendig gestaltetes Wohnhaus handeln. Die Entfernung zu Kharab Sayyar beträgt nur etwas mehr als einen Kilometer, so dass hierin durchaus ein Kiosk oder ein anderes Gebäude in den zu erwartenden Gartenanlagen der Umgebung vermutet werden darf.

Im Nordwesten der Ruine befindet sich der dritte, von v. Oppenheim als "Moschee" bezeichnete Baukomplex. Das Gebäude war offenbar rechteckig, mit einem höher gelegenen südlichen Bereich. In der Südost-Ecke fand sich ein der Innenwand vorgelagerter Pilasterstumpf; der möglicherweise die Trennung zwischen Betsaal und Hof markierte.

 Vorläufige Ergebnisse der Ausgrabungen sind in den folgenden Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu finden:

 

 

web.uni-frankfurt.de/fb09/vorderasarch/khs.htm

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