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Schulische Angebote der Deutschen Orient-Gesellschaft

Warum ist der Alte Orient kein Thema im Geschichtsunterricht mehr?

In den Lehrplänen der Unter- und Mittelstufe ist die Vor- und Frühgeschichte nur noch in Schwundstufen vertreten und beschränkt sich in der Realität meistens auf Ägypten in Klasse 5 oder 6.

In der Oberstufe ist die Vor- und Frühgeschichte (wie auch die Antike und das Mittelalter) selten oder überhaupt keine verbindlich zu unterrichtende Epoche mehr und kann nur noch durch diachrone Zugänge Eingang in den Geschichtsunterricht finden. Der Orient kommt, wenn überhaupt, häufig nur mit dem Thema "Nahostkonflikt" vor, was implizit den Schülern ein ausschließlich negatives Bild des Orients als ewiger Krisenregion vermittelt, ohne dass die jahrtausendelangen essentiellen Verdienste dieser Region auch für unsere Kulturen behandelt würden.

 

Warum sollte der Alte Orient ein Thema im Geschichtsunterricht sein?

Der Alte Orient hat - vermittelt unter anderem über die Griechen - die europäische Geschichte maßgeblich in seinen politischen, wirtschaftlichen, sozialen, religiösen und kulturellen Vorstellungen geprägt. Die folgenden Schlagwörter sollen den ungeheuren Einfluss der ersten Hochkulturen andeuten:

Geschichtsschreibung, Datierungen, Kalender, Architektur, Königtum, Rechtswesen, Landwirtschaft, Ökologie, Handwerk, Technologien, Handel, Geld- und Kreditwesen, Verwaltung, Ausbildung, Schule und Akademismus (frühe Philologien), Schreibkunst, Dichtung, Weisheit, Philosophie, Wissenschaften: Metrologie, Topographie, Geographie, Enzyklopädien, Mathematik, Astronomie, Astrologie, Medizin sowie jede Art von Vorhersagekunst und Beschwörungen, Religion, Mythologie, Kult.

Die Beschäftigung mit dem Alten Orient soll die Herkunft dieser Einrichtungen und Errungenschaften, von denen uns etliche bis heute begleiten, aufzeigen und würdigen.

 

Was für Themen könnten im Geschichtsunterricht vermittelt werden?

 

Dazu gibt es keine Unterrichtsmaterialien.

Im Unterricht einsetzbares Material stellt Ihnen die DOG gerne kostenfrei zur Verfügung. Dazu gehören historische Überblicksartikel und Powerpoint-Präsentationen zu einzelnen Themen, historische Quellen, Klausurvorschläge, historische Filmdokumentationen sowie das Forschungsprojekt "WoW! Writing on Wax": Keilschrift-Schreiben selber machen.


Dazu ist keine Zeit im Geschichtsunterricht.

Gerade die Kompetenzorientierung der aktuellen Lehrpläne bietet eine Chance für neue Themen im Geschichtsunterricht:

Wenn Geschichte nicht nur eine mehr oder weniger geordnete Ansammlung von Daten, Personen und Ereignissen und nicht nur nationalstaatlich-politikhistorisch auf die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ausgerichtet sein soll, sondern grundlegend in das historische Denken einführen und Geschichtsbewusstsein erzeugen soll, kann ein kategorialer Zugang nicht nur neue Denkräume und Zugänge dazu vermitteln, sondern auch verschwundenen Themen zu einer Renaissance verhelfen.

Grundlegende Kategorien wie "Herrschaft", "Wirtschaft" oder "Religion" können in einem diachronen Vergleich jeweils aufzeigen, wie Menschen eine politische oder wirtschaftliche Ordnung organisiert und legitimiert haben oder welche Welt- und Selbstbilder sie gehabt haben.

Der historische Vergleich mit der Gegenwart schafft Bezüge und lässt damit Schüler den eigenen als absolut angesehenen Standpunkt als historisch bedingt und nur relativ zu anderen erkennen.

Im Zuge einer multikulturellen Öffnung der deutschen Gesellschaft (und der Schülerschaft) kann der Blick auf außereuropäische Kulturen der Vergangenheit außerdem hilfreich sein, Fremdverstehen und Toleranz gegenüber "dem Fremden" zu fördern.

Ich habe Interesse. An wen kann ich mich wenden?

Ihr Ansprechpartner ist der Schulbeauftragte der DOG, der Sie gerne informiert, berät, mit Material unterstützt und den Kontakt zu Experten herstellt:

Jan Giesel, OStR, Hamburg
E-Mail: jangiesel@yahoo.de