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Blick von Norden zur ausgegrabenen Stadtruine Tall Munbāqa. Der auf über 60 m Länge freigelegte Teil einer durch unregelmäßige Vorlagen gegliederten älteren Stadtmauer wurde aus luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet. Später verschwand sie unter mächtigen Kieswällen, die dann die Stadt Ekalte bis zu ihrem Ende schützten. Die großen Tempel der Stadt überragten hier einst die Stadtbefestigung.

Ekalte. Eine bronzezeitliche Stadt in Syrien

Syrien, seit 1969

Ekalte als regionales Zentrum

Durch den Grabungsbefund ergibt sich das lebensnahe Bild einer einst blühenden orientalischen Händler-, Handwerker und Ackerbaustadt der Spätbronzezeit. Ekalte lebte von Fluß und Land gleichermaßen. Die baulich-räumlichen Strukturen der altorientalischen Stadt kommen uns im Vergleich mit Stadtstrukturen, in denen sich heutiges städtisches Leben abspielt, nicht fremdartig vor. Im Gegenteil. Teilweise konnten wir den noch unter der Erde verborgenen Verlauf von Straßen und Gassen sowie das System der Bebauung voraussehen. Diese Nähe gilt auch für das durch den Grabungsbefund angeregte Bild vom alltäglichen Leben vor 3500 Jahren in der versunkenen Stadt. Manches, was mit dem physischen Handeln von Menschen der Bronzezeit zu tun hat, läßt sich auch heute, zum Beispiel in den Dörfern nahe Tall Munbāqa, beobachten: häusliche oder handwerkliche Tätigkeiten, wie das Brotbacken, die Herstellung von ungebrannten Lehmziegeln oder der Hausbau aus diesem Baumaterial, dürften in Ekalte ebenso gehandhabt worden sein. Funktionen lassen sich plausibel erklären oder praktisch nachvollziehen, etwa die Handhabung von vielen Steingeräten.

Derartige Nähe gilt leider nicht für das, was über Sprache und Gesang, Schrift und Bild kommuniziert wird, für das Denken, den Glauben oder das Empfinden. Diese Seite des Lebens der etwa 2500 Menschen, die einst in der Stadt Ekalte Häuser und Tempel, Gassen, Straßen und Plätze, Stadttore und Flußufer bevölkerten, bleibt uns weitgehend verborgen.

Viele Fragen zur Stadt Ekalte und zum Leben in ihr sind noch unbeantwortet. Beispielsweise fanden sich neben den drei großen Tempeln, die eindrucksvoll die regionale Bedeutung dieser relativ kleinen Stadt unterstreichen, bisher keine weiteren zentralen Bauten - etwa ein Palast, eine Burg - mit dem Stadtarchiv. Wie und von wem wurde diese Stadt regiert und verwaltet? Hatte Ekalte eine uns noch unbekannte Art der kommunalen Verwaltung? Könnte der mittels magnetischer Prospektion entdeckte Großbau neben dem «Nord-Tor» ein Bauwerk mit
zentralen Funktionen für die Stadt gewesen sein? Schließlich sind Tor und Lage des unbekannten Großbaus von Munbāqa nahezu identisch mit der Situation in der 500 km entfernt, nicht weit von der Mittelmeerküste liegenden kanaanäischen Stadt Megiddo. Im spätbronzezeitlichen Megiddo (Stratum VII) dessen «North-Gate» nahezu gleiche Maße aufweist, wie das «Nord-Tor» von Munbāqa, liegt an gleicher Stelle ein Palastbau.

Auch ist noch unbewiesen, daß die Ägypter unter Thutmosis III. Ekalte zerstörten. Ein Teil seiner Armee setzte bei Karkemisch, nördlich von Ekalte, über den Euphrat. Auf dem Rückmarsch eroberten und zerstörten sie die Städte am Fluß. In der Ortsnamenliste auf der Nordostwand des 7. Pylons von Karnak ist die Stelle, an der der Name unserer Stadt genannt sein müßte, leider zerstört.

Insgesamt gesehen, ist weitere gezielte Feldforschung auf Tall Munbāqa lohnenswert. Die Arbeit am Bild der altorientalischen Stadt Ekalte ist noch nicht beendet.

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